Tierschutz-Hunde

Lillith

Lillith vereint wie Wudoo und Pippa auch, zwei sehr gegensätzliche Seiten in sich: Sie ist sehr zart und sensibel, dabei gleichzeitig wiederum äußerst zäh und abgeklärt, wenn man ihre bisherige Geschichte bedenkt. Ihre Ausstrahlung verzaubert jeden, der sie mal in guter Stimmung erleben darf, und da sie eher zurückhaltend ist hält man unwillkürlich den Atem an, wenn sie auf Ihrer ganz besondere Art und Weise dann doch irgendwann plötzlich nah heran kommt und einen mit ihrer Nasenspitze zart berührt.

Ihre Krankheitsgeschichte ist so verzwackt und kompliziert, dass sie hier vorerst nicht dargelegt werden soll. Nur soviel; sie sitzt mit Ihrem Körper ziemlich in der Klemme.

Wudoo

Wudoo ist ein unglaublicher Typ. Direkt aus einem Marvel-Comic in unsere fade Existenz geflogen, kämpft er als schwarz-blau glänzende Energiekugel täglich gegen das Böse, die Langeweile und für mehr Käsewürfel.

Wudoo wurde in Rumänien am Strassenrand gefunden, wo er offenbar bereits einige Zeit mit gebrochenem Rückrat lag. Er war in einem sehr schlechten Zustand. In einem privaten rumänischen Tierheim wurde er nach besten Möglichkeiten lange gepflegt, wobei sein Wirbelsäulenbruch sich in eine dauerhafte Spinalstenose durch drei schief verwachsenen Rückenwirbel wandelte. Er ist also seit dem Unfall ab Taille abwärts stark – nicht vollkommen- gelähmt. Es ist einerseits tragisch, dass er mit umfassenderer Reha nach dem Unfall heute wohl wieder normal laufen könnte, aber andererseits unbezahlbar, dass seine Finder sich trotzdem gegen eine Einschläferung entschieden haben. Denn Wudoo ist nicht zu stoppen. Er läuft und läuft und läuft…meist mit, aber auch ohne seinen Rollstuhl.

Hundeart: Schipperke-Mix
Geboren ca. 2017
Gewicht 11 Kg
Lähmung ab Taille abwärts, nutzt Rollstuhl,
Überlaufblase welche mehrmal täglich manuell entleert werden muss.

Berufung: Türsteher, Bodygard, Motivationstrainer, Rugbyspieler
Hobbys: Monster spielen

Schipperken sind eine Art Mini-Schäferhundrasse. Sie waren früher als Bootshunde in der Binnenschiffahrt (Kanäle) beliebt. Sie bewachten die Fracht und kümmerten sich um Ratten und Mäuse.
Ein Schipperke schlägt trotz seiner geringen Körpergrösse jeden Einbrecher durch Entschlossenheit und Wildheit in die Flucht. No kidding!

Pippa

Pippa kommt aus Wladikawskas, Russland.
Geboren ca. Januar 2017
Gewicht 5 Kg

Pippa wurde wahrscheinlich schon als Junghund von Menschen „entsorgt“, da sie noch recht jung war (max. 1 Jahr alt) als sie von der Strasse aufgelesen wurde. Und da hatte sie angeblich bereits über ein halbes Jahr unter einem Müllcontainer gelebt. Nachts verkroch sie sich in einem der leeren Kartons, welche Abends vor den Geschäften an „ihrer“ Kreuzung rausgestellt wurden. Sie hat kaum Unterfell, es muss bitterkalt gewesen sein.

Im privaten Tierheim von Aleksey dann wurde sie um Ihrer Sicherheit Willen im Welpengehege verwahrt, wo sie bestimmt die beste grosse Schwester war. Als sie doch mal unter die „Grossen“ gelassen wurde, geriet sie promt in eine Beisserei, bei der sie durch Verletzung der Halsschlagader und anschliessender Lungenentzündung fasst Ihr Leben liess. Das war der Zeitpunkt als ich beschloss, sie hierher zu holen.

So erklären sich recht schlüssig Pippas Charakterzüge; sie ist stets in Alarmbereitschaft. Mit Hunden spielen kam Ihr bisher bei uns nicht in den Sinn, aber sie erträgt es inzwischen mit viel Tapferkeit, von fremden Hunden beschnuppert zu werden. Gassigehen ist nicht so Ihr Ding, die Sicherheit und Wärme einer vertrauten Umgebung gehen Ihr über Alles! Und Körperkontakt zu einem vertrauten Menschen beruhigt sie sichtlich. Sie zeigt typische Verhaltensweisen eines Wesens, welches viel zu früh von seiner Mutter getrennt wurde: Verlustangst, niedrige Reizschwelle, eine sehr stressanfällige Verdauung und eine regelrechte Abhängigkeit von Kontakt. Die zu frühe Trennung von der Mutter ist übrigens ein häufiges Schicksal von vor allem kleinen Hunderassen. Wer weiss, wie viele von den Vetretern der kleinen Rassen garnicht unbedingt so zwanghaft unter Geltungsdrang (der Kern sind immer Identitätsprobleme, wie beim Menschen eben auch) also Unsicherheit, leiden müssten, wenn Ihre Züchter respektvolleren Umgang verstünden?

Pippa ist trotz dieser kognitiver Schwächen absolut pfiffig und auch weise; so hat sie nach einiger Zeit bei uns eine eigene Gestalttherapie entwickelt, mit welcher sie sich beruhigt; sie schnappt sich eine Decke, nuckelt kräftig daran und macht den „Milchtritt“. Nach wenigen Augenblicken verfällt sie in totale Entspannung.