Pippa

Pippa kommt aus Wladikawskas, Russland.
Geboren ca. Januar 2017
Gewicht 5 Kg

Pippa wurde wahrscheinlich schon als Junghund von Menschen „entsorgt“, da sie noch recht jung war (max. 1 Jahr alt) als sie von der Strasse aufgelesen wurde. Und da hatte sie angeblich bereits über ein halbes Jahr unter einem Müllcontainer gelebt. Nachts verkroch sie sich in einem der leeren Kartons, welche Abends vor den Geschäften an „ihrer“ Kreuzung rausgestellt wurden. Sie hat kaum Unterfell, es muss bitterkalt gewesen sein.

Im privaten Tierheim von Aleksey dann wurde sie um Ihrer Sicherheit Willen im Welpengehege verwahrt, wo sie bestimmt die beste grosse Schwester war. Als sie doch mal unter die „Grossen“ gelassen wurde, geriet sie promt in eine Beisserei, bei der sie durch Verletzung der Halsschlagader und anschliessender Lungenentzündung fasst Ihr Leben liess. Das war der Zeitpunkt als ich beschloss, sie hierher zu holen.

So erklären sich recht schlüssig Pippas Charakterzüge; sie ist stets in Alarmbereitschaft. Mit Hunden spielen kam Ihr bisher bei uns nicht in den Sinn, aber sie erträgt es inzwischen mit viel Tapferkeit, von fremden Hunden beschnuppert zu werden. Gassigehen ist nicht so Ihr Ding, die Sicherheit und Wärme einer vertrauten Umgebung gehen Ihr über Alles! Und Körperkontakt zu einem vertrauten Menschen beruhigt sie sichtlich. Sie zeigt typische Verhaltensweisen eines Wesens, welches viel zu früh von seiner Mutter getrennt wurde: Verlustangst, niedrige Reizschwelle, eine sehr stressanfällige Verdauung und eine regelrechte Abhängigkeit von Kontakt. Die zu frühe Trennung von der Mutter ist übrigens ein häufiges Schicksal von vor allem kleinen Hunderassen. Wer weiss, wie viele von den Vetretern der kleinen Rassen garnicht unbedingt so zwanghaft unter Geltungsdrang (der Kern sind immer Identitätsprobleme, wie beim Menschen eben auch) also Unsicherheit, leiden müssten, wenn Ihre Züchter respektvolleren Umgang verstünden?

Pippa ist trotz dieser kognitiver Schwächen absolut pfiffig und auch weise; so hat sie nach einiger Zeit bei uns eine eigene Gestalttherapie entwickelt, mit welcher sie sich beruhigt; sie schnappt sich eine Decke, nuckelt kräftig daran und macht den „Milchtritt“. Nach wenigen Augenblicken verfällt sie in totale Entspannung.